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Lohnsteuer / Die elektronische Lohnsteuerkarte startet später

06. Dezember 2011 | 17:00

Der Start der elektronischen Lohnsteuerkarte wurde wegen unerwarteter technischer Probleme bundesweit um ein Jahr auf den 01.01.2013 verschoben. Gründe hierfür seien Verzögerungen bei der technischen Erprobung des Abrufverfahrens. Darauf weist das BMF auf seinen Internetseiten hin.
Die Papierlohnsteuerkarte gilt länger: Die Eintragungen auf der Lohnsteuerkarte 2010 bzw. der vom Finanzamt ausgestellten Ersatzbescheinigung 2011 (Steuerklasse, Kinderfreibeträge, Kirchensteuermerkmal und Freibeträge) gelten bis zum Start des Verfahrens, also auch für das Jahr 2012, weiter. Bei einem Arbeitgeberwechsel muss der Arbeitnehmer – wie bisher auch – dem neuen Arbeitgeber die Lohnsteuerkarte 2010 bzw. Ersatzbescheinigung 2011 aushändigen.


Externe handelsrechtliche Rechnungslegung im Insolvenzverfahren

19. Juli 2011 | 13:00

Nach Abstimmung mit dem Fachausschuss Recht (FAR) hat der Hauptfachausschuss des IDW (HFA) nach Überarbeitung am 10. Juni 2011 den IDW Rechnungslegungshinweis „Externe (handelsrechtliche) Rechnungslegung im Insolvenzverfahren“ (IDW RH HFA 1.012) veröffentlicht. Ziel der Verlautbarung ist eine zusammenfassende und systematisierte Darstellung der Anforderungen an die externe handelsrechtliche Rechnungslegung im Insolvenzverfahren. Adressaten der Verlautbarung sind nicht nur Wirtschaftsprüfer, sondern auch andere am Insolvenzverfahren Beteiligte, wie Insolvenzverwalter und Mitglieder des Gläubigerausschusses. Die Verlautbarung hebt die Pflicht zur Buchführung nach handelsrechtlichen Grundsätzen und zur jährlichen Bilanzaufstellung hervor. Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens beginnt ein neues Geschäftsjahr mit der Verpflichtung zur Aufstellung der handelsrechtlichen Eröffnungsbilanz mit einem erläuternden Bericht. Ob das folgende Geschäftsjahr 12 Monate oder weniger umfasst, hängt davon ab, ob durch einfachen Gesellschafterbeschluss der ursprüngliche Geschäftsjahresrhythmus beibehalten wird. Bilanzierung und Bewertung in der Eröffnungsbilanz stimmt regelmäßig mit der Schlussbilanz der werbenden Gesellschaft überein. Während des Insolvenzverfahrens hat die Abkehr von der Going-Concern-Prämisse Auswirkungen auf die Bilanzierung und Bewertung. Mit Beendigung des Insolvenzverfahrens (Tag der Aufhebung oder Einstellung des Verfahrens) ist die handelsrechtliche Schlussbilanz (letzter Jahresabschluss) aufzustellen.
Die handelsrechtlichen Prüfungspflichten für den Jahresabschluss gelten auch während des Insolvenzverfahrens weiter. Die Bestellung des Abschlussprüfers erfolgt auf Antrag des Insolvenzverwalters durch das Registergericht; Befreiungstatbestände sind im Einzelfall zu prüfen. Die Offenlegungspflichten der handelsrechtlichen Abschlüsse sind entsprechend zu beachten.
Haben Sie Fragen oder sind Sie an Details interessiert? Dann sprechen Sie uns bitte an oder schicken uns einfach eine E-Mail.


Neues BFH-Urteil zur 3-Objekt Grenze

18. Juli 2011 | 09:00

Mit Urteil vom 05. Mai 2011 stellt der BFH klar, dass mehrere Objekte auf einem ungeteilten (Grundbuch-) Grundstück nicht als selbstständige Objekte im Sinne der 3-Objekt-Grenze angesehen werden. Beim Verkauf eines ungeteilten Grundstücks handelt es sich also nur um ein Objekt, unabhängig von der Größe und Zahl der Gebäude.


Umsatzsteuerliche Steuerschuldnerschaft beim Käufer von Mobilfunkgeräten ab 01.07.2011

18. Juli 2011 | 09:00

Durch das im Juni 2011 verkündete Verbrauchsteuergesetz wird ab 01. Juli 2011 die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers – soweit er Unternehmer ist – eingeführt. Zu dieser Steuerschuldnerschaft kommt es jedoch nur, wenn mindestens eine Summe von 5.000,00 EUR pro Verkaufsvorgang erreicht wird. Anhaltspunkt dafür ist nicht der einzelne Rechnungsbetrag, sondern die Bestellung bzw. der Vertrag. Weitere Einzelheiten ergeben sich aus dem BMF-Schreiben vom 24. Juni 2011.


Elektronische Übermittlung von Bilanzen

18. Juli 2011 | 09:00

Grundsätzlich sind Bilanzen für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2011 beginnen, in elektronischer Form abzugeben. Nach dem Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom 31. August 2010 soll es jedoch eine Nichtbeanstandungsregelung für 2012 geben, wonach es nicht beanstandet wird, wenn für das Erstjahr die Bilanz noch in Papierform – wie bisher – abgegeben wird.


Aufbewahrung digitaler Unterlagen bei Bargeschäften

03. Mai 2011 | 13:00

Seit 2002 sind auch elektronisch erstellte Unterlagen aufzubewahren. Die Finanzverwaltung hat die Anforderungen für die Aufbewahrung digitaler Unterlagen bei Bargeschäften im BMF-Schreiben vom 26. November 2010 zusammengefasst. Für die mit Registrierkassen, Waagen mit Registrierkassenfunktion, Taxametern und Wegstreckenzählern erzeugten digitalen Buchhaltungsunterlagen gilt eine 10-jährige Aufbewahrungspflicht. In dieser Zeit müssen alle steuerlich relevanten Einzeldaten einschließlich etwaiger mit diesen Geräten erzeugter Rechnungen im Sinne des Umsatzsteuerrechts unveränderbar und vollständig in digitaler Form vorliegen und jederzeit auch elektronisch auswertbar sein. Das Vorhalten ausschließlich in ausgedruckter Form ist nicht ausreichend. Die Aufbewahrungspflicht erfasst auch die zu den Geräten gehörenden Organisationsunterlagen, wie z.B. Bedienungsanleitung und Anweisungen zum Programmieren der Geräte. Soweit die Geräte bauartbedingt die Anforderungen – z.B. die elektronische Auswertbarkeit der Daten – nicht oder nur teilweise erfüllen, dürfen sie längstens bis zum 31. Dezember 2016 weiter benutzt werden. Die Finanzverwaltung verlangt aber, dass technisch mögliche Soft- und Hardwareanpassungen durchgeführt werden, um die Anforderungen zu erfüllen.
Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass bei der Installation von Verbesserungen bzw. bei der Reparatur der Geräte die “alten” Daten nicht verloren gehen dürfen; regelmäßige Datensicherung ist zu empfehlen. Werden die Voraussetzungen nicht erfüllt, könnte das Finanzamt Hinzuschätzungen vornehmen.


Vorsteuerabzug bei Betriebsausflügen

03. Mai 2011 | 13:00

Nach neuerer Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs vom 09. Dezember 2010 V R 17/10 ist der Vorsteuerabzug ausgeschlossen, wenn die Zuwendungen bei einer Betriebsveranstaltung die Grenze von 110 Euro pro Arbeitnehmer übersteigen. Betragen die Aufwendungen höchstens 110 Euro, handelt es sich umsatzsteuerlich und lohnsteuerlich um Aufmerksamkeiten, für die keine Steuer anfällt. Somit erfolgt auch keine Umsatzbesteuerung als unentgeltliche Wertabgabe.


Gutscheine an Mitarbeiter

17. März 2011 | 15:00

Mehrere aktuelle BFH-Urteile beschäftigen sich mit Warengutscheinen, die bis zu einer Grenze von 44 € im Monat steuerfrei an Mitarbeiter abgegeben werden können.
Tankkarte: Es müssen die Literzahl eines bestimmten Kraftstoffs und ein Höchstbetrag von 44 € auf der Karte gespeichert sein (Az. VI R 27/09).
Benzingutscheine: Die Gutscheine müssen für eine bestimmte Menge Benzin/Diesel stehen, können aber an jeder beliebigen Tankstelle einlösbar sein. Zahlt der Arbeitnehmer zunächst eine Tankfüllung und legt er später der Buchhaltung die Gutscheine und seine Rechnung vor, kann der Arbeitgeber die Kosten bis zu 44 € monatlich steuerfrei erstatten (Az. VI R 41/10).
Buchgutscheine: Der Gutschein muss einen auf EURO lautenden Höchstbetrag aufweisen. Der Mitarbeiter kann dafür im Buchhandel selbst ein Werk aus dem Sortiment aussuchen (Az. VI R 21/09).


Vorsteuerabzug beim Beteiligungsverkauf

17. März 2011 | 15:00

Der BFH verneinte mit Urteil vom 27. Januar 2011 den Vorsteuerabzug für Kosten im Zusammenhang mit einem steuerfreien Beteiligungsverkauf. Der Fall betraf ein Unternehmen, welches im Allgemeinen steuerpflichtige Umsätze ausführt, die zum Vorsteuerabzug berechtigen. Daneben wurde eine Beteiligung an einer Tochtergesellschaft veräußert; in diesem Zusammenhang waren Beratungskosten entstanden. Die darauf entfallenden Vorsteuern sind wegen des Zusammenhangs mit der steuerfreien Veräußerung nicht abzugsfähig.


Sanierungsklausel des § 8c KStG

17. März 2011 | 14:00

Nachdem die Europäische Kommission im Januar 2011 entschieden hat, dass der § 8c (1a) KStG eine mit dem Binnenmarkt nicht zu vereinbarende rechtswidrige Beihilferegelung darstellt, wird die Bundesregierung gegen den EU-Beschluss Klage erheben. Diese Sanierungsklausel ermöglichte den Unternehmen, Verluste trotz Anteilseignerwechsel weiter zu nutzen, wenn der Wechsel zum Zwecke der Sanierung erfolgt. Diese Klage hat jedoch keine aufschiebende Wirkung, denn die Steuervorteile müssen innerhalb einer Frist von vier Monaten zurückgefordert werden.


Finanzplanung - Kennzahlen zur Liquiditätssicherung

28. Januar 2011 | 14:00

Eine sorgfältige und realistische Finanzplanung ist für jedes Unternehmen unverzichtbar, um eine sich andeutende Insolvenz frühzeitig zu erkennen und ihr entgegenzusteuern. Natürlich können Sie nicht hunderprozentig vorhersagen, wie sich Ihre Finanzen in der Zukunft entwickeln werden. Je realitätsnäher und gewissenhafter Ihre Prognosen aber sind, desto besser ist Ihre Liquiditätssicherung. Die richtigen finanzwirtschaftlichen Kennzahlen verbessern Ihre Planungsprämissen.
Die wichtigsten Werte, die sich in Ihrem Finanzplan befinden müssen, sind die voraussichtlichen Ein- und Auszahlungen.
Auch Ihre Investitionen ins Umlaufvermögen sollten Sie in Ihrem kurzfristigen Finanzplan gesondert ausweisen.
Die Lagerdauer oder Lagerfrist ist die Kennzahl für die Zeit, die eine Ware bis zum Verkauf (bzw. bei Material bis zur Entnahme) durchschnittlich am Lager bleibt.
Der betriebliche Cashflow ist der Einzahlungsüberschuss innerhalb eines Zeitraums.
Eine weitere wichtige Größe ist der Kapitalbedarf. Das sind die finanziellen Mittel, die in einem gewissen Zeitraum benötigt werden.
Dynamischer Verschuldungsgrad: Dieser Wert gibt die Entschuldungskraft Ihres Unternehmens an.


Die GmbH-Gesellschafterliste nach MoMiG

28. Januar 2011 | 11:00

Durch das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG) hat die Gesellschafterliste erheblich an Bedeutung gewonnen.
Jegliche Veränderungen in den Personen der Gesellschafter oder des Umfangs ihrer Beteiligung sind beim Handelsregister in einer aktuellen Gesellschafterliste einzureichen.
Nur noch derjenige Gesellschafter kann die Gesellschaftsrechte ausüben, den die beim Handelsregister eingereichte Liste als Gesellschafter ausweist. Dies ist für Veräußerungen sowie für Gewinnbezugsrechte maßgeblich.
Verantwortlich für die Richtigkeit der Gesellschafterlisten ist der Geschäftsführer, der auch bestehende Gesellschafterlisten durch Abruf im Internet prüfen sollte.


BilMoG: Keine Ausschüttung trotz Bilanzgewinn

28. Januar 2011 | 11:00

Bei Kapitalgesellschaften und der Kapitalgesellschaft & Co. KG darf ein Bilanzgewinn grundsätzlich ausgeschüttet werden, ohne dass hierdurch eine Haftung bzw. der Verlust der Haftungsbeschränkung droht. Es ergeben sich jedoch einige u.a. durch das BilMoG eingeführte Ausschüttungssperren. Diese sind insbesondere jetzt, im 1. Jahr nach Einführung des BilMoG, zu beachten.
Seit Inkrafttreten des BilMoG können selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sowie latente Steuern (u.a. Verlustvorträge) aktiviert werden. Wird von der Aktivierungsmöglichkeit Gebrauch gemacht, wirkt sich sich dies positiv auf das ausgewiesene Eigenkapital und den im entsprechenden Jahr entstehenden Bilanzgewinn aus. Aufgrund der Bewertungsschwierigkeiten und Missbrauchsmöglichkeiten hielt es der Gesetzgeber aber für notwendig, eine Gewinnausschüttung zu verhindern, soweit diese nur auf der Aktivierung beruht. Mangels bilanzieller Gegenpositionen wurde dies als Ausschüttungsverbot in § 268 Abs. 8 HGB verankert.


BilMoG: Steuerliche Rücklagen im Jahr 2010 in der Handels- und Steuerbilanz

28. Januar 2011 | 10:00

Wenn keine frühzeitige Anwendung der neuen Fassung des Handelsrechts vorgenommen wurde, so sind steuerliche Rücklagen im ersten Geschäftsjahr nach BilMoG in der Handelsbilanz nicht mehr ansatzfähig, da die umgekehrte Maßgeblichkeit (§§ 254, 279 Abs. 2 HGB a.F.) keine Gültigkeit mehr besitzt. Die §§ 254 und 279 Abs. 2 HGB a.F. sind letztmalig für Geschäftsjahre anwendbar, die bis zum 31.12.2009 enden. Bei frühzeitiger Erstanwendung darf die Bildung entsprechend früher nicht vorgenommen werden. Für bestehende steuerliche Rücklagen gilt ein Wahlrecht. Demnach dürfen die Posten zunächst beibehalten werden oder erfolgsneutral in die Gewinnrücklagen überführt werden (Art. 67 Abs. 4 EGHGB). Im Fall der Beibehaltung gelten die alten Regelungen des Handelsrechts zur Auflösung weiter.


Steuererstattungszinsen gem. § 233a AO: Musterverfahren im Januar 2011

28. Januar 2011 | 10:00

Die durch das Jahressteuergesetz 2010 rückwirkend angeordnete Besteuerung von Zinsen, die auf Steuererstattungen der Finanzverwaltung unter den Voraussetzungen des § 233a AO gezahlt werden, ist nach Ansicht des 5. Senats des Finanzgerichts Münster verfassungsgemäß (Urteil vom 16.12.2010, 5 K 3626/03 E).
Das FG hat jedoch gegen seine Entscheidung die Revision zum BFH zugelassen, die zwischenzeitlich unter dem Az. VIII R 1/11 anhängig ist. Jeder Steuerpflichtige, der vom Fiskus Erstattungszinsen aufgrund eines Bescheides erhalten hat, der vor dem 13.12.2010 ergangen ist, sollte gegen die steuerliche Erfassung Einspruch einlegen und auf das vorgenannte Verfahren Bezug nehmen. Bis zu einer Entscheidung durch den BFH ruht das Rechtsbehelfsverfahren gemäß § 363 Abs. 2 Satz 2 AO.


Degressive AfA für bewegliche Wirtschaftsgüter

28. Januar 2011 | 10:00

Die degressive AfA für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens gehört für Anschaffungsvorgänge nach dem 31.12.2010 der Vergangenheit an. Eine Verlängerung der zwei Jahre andauernden “Reaktivierungsfrist” hat der Gesetzgeber wegen der guten Konjunkturaussichten nicht gewährt.


Umkehr der Steuerschuldnerschaft, § 13 b UStG

10. Dezember 2010 | 12:00

Die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers wird gem. § 13 b Abs. 2 Nr. 7 UStG ab 2011 u.a. erweitert auf steuerpflichtige Leistungen von Gebäudereinigern. Dies gilt in den Fällen, in denen der Leistungsempfänger ebenfalls Gebäudereiniger ist, also bei Subunternehmern.


E-Bilanz: Übergangsfrist für Einführung wird um 1 Jahr verlängert

09. Dezember 2010 | 11:00

Die Forderung nach einer verlängerten Übergangsfrist für die elektronische Bilanz wurde auf Bundesebene durchgesetzt. Die Frist zur Einführung wird um ein Jahr verlängert. Diese Vorschrift ist somit erstmals für Wirtschaftsjahre anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2011 beginnen.


Satzungsänderung wegen Vergütung für ehrenamtliche Vorstandstätigkeit bis zum 31. Dezember 2010

09. Dezember 2010 | 10:00

Die Zahlung von Vergütungen für die Vorstandstätigkeit kann zum Verlust der Gemeinnützigkeit des Vereins führen. Die Gemeinnützigkeit ist nicht gefährdet, wenn die Satzung des Vereins die Bezahlung des Vorstands (ausdrücklich) zulässt.
Die von der Finanzverwaltung mehrfach verlängerte Frist für entsprechende Satzungsänderungen endet am 31. Dezember 2010.


Absenkung der Beteiligungsquote bei der Besteuerung privater Veräußerungsgewinne von Kapitalanteilen teilweise verfassungswidrig

01. Oktober 2010 | 15:00

Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Beschluss vom 07.07.2010 entschieden, dass die Absenkung der Wesentlichkeitsgrenze von 25% auf 10% verfassungsgemäß ist, soweit aufgrund der geänderten Beteiligungsgrenze Wertsteigerungen steuererheblich werden, die erst nach dem 31.03.1999 eintreten. Das bedeutet, dass nur die Wertsteigerungen zur Besteuerung herangezogen werden, die nach dem 31.03.1999 erzielt worden sind. Das Bundesverfassungsgericht begründet dies damit, dass die Absenkung der Beteiligungsgrenze von 25% auf 10% gegen die verfassungsrechtlichen Grundsätze des Vertrauensschutzes verstößt. Dies liegt vor, wenn in einem Veräußerungsgewinn Wertsteigerungen steuerlich erfasst werden, die bis zur Verkündigung des Steuerentlastungsgesetzes am 31.03.1999 entstanden sind und die entweder nach alter Rechtslage steuerfrei gewesen wären oder bei einer Veräußerung nach dem 31.03.1999 steuerfrei hätten realisiert werden können. Ob diese steuerliche Behandlung auch bei der späteren Absenkung der Wesentlichkeitsgrenze von 10% auf 1% anzuwenden ist, bleibt abzuwarten. Unseres Erachtens dürfte es keine andere steuerliche Behandlung geben.


Vom Finanzamt geleistete Zinsen auf Einkommensteuererstattungen sind nicht zu versteuern

01. Oktober 2010 | 15:00

Gesetzliche Zinsen, die das Finanzamt aufgrund von Einkommensteuererstattungen an den Steuerpflichtigen zahlt (sog. Erstattungszinsen) unterliegen nicht der Einkommensteuer. Das hat der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 15. Juni 2010 entschieden und damit seine frühere Rechtsprechung teilweise geändert.
Bis 1999 konnten Nachzahlungszinsen, die der Steuerpflichtige an das Finanzamt zu zahlen hatte, als Sonderausgaben abgezogen werden. Nachdem diese Regelung ersatzlos entfallen war, mussten die Erstattungszinsen nach wie vor versteuert werden, während die Nachzahlungszinsen nicht mehr abgezogen werden durften. Das war bei vielen Steuerpflichtigen auf Unverständnis gestoßen. Nach der Änderung der Rechtsprechung sind nun gesetzliche Zinsen, die im Verhältnis zwischen Steuerpflichtigen und Finanzamt für Einkommensteuernachzahlungen oder -erstattungen entstehen, insgesamt steuerrechtlich unbeachtlich.


Fahrtenbuch - ein großzügiges Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg

01. Oktober 2010 | 14:00

In seinem Urteil vom 14.02.2010 hat das Finanzgericht Berlin-Brandenburg ein Fahrtenbuch in Form eines handschriftlich zeitnah und geschlossen geführten Buches und einer ergänzenden als Excel-Datei geführten Liste mit erläuternden Angaben, z.B. zur Fahrtroute, akzeptiert.
Angesichts der ansonsten eher restriktiven Haltung der Finanzverwaltung und der Finanzgerichte zum Thema Fahrtenbuch ist dieses Urteil ausgesprochen steuerzahlerfreundlich.
Allerdings hat das Finanzgericht die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen.


Mezzanine Finanzierung - Wie Sie Ihr Eigenkapital erhöhen

30. August 2010 | 10:00

Eine Brücke zwischen der Eigenkapitalbeteiligung und dem Kredit bieten hybride Finanzierungsformen. Sie werden auch Mezzanine Kapital genannt. Mezzanine Kapital hat für Unternehmer den großen Vorteil, dass ihre Anteile nicht verwässert werden – Sie bleiben Herr im Haus. Insbesondere beim Nachrangdarlehen haben die Kapitalgeber keinen Einfluss. Bei der stillen Beteiligung werden allerdings Zustimmungs- und Controllingrechte vertraglich vereinbart. Bei negativer Geschäftsentwicklung und bei Problemen mit der Bedienung des Kapitaldienstes (Zins und Tilgung) können sich allerdings die Rechte des Kapitalgebers zuungunsten der Altgesellschafter verändern. Bei Fragen und Ausgestaltungen in diesem Bereich helfen wir Ihnen gern weiter.


EuGH-Urteil vom 15.07.2010 zum Vorsteuerabzug bei unzutreffenden Rechnungsangaben

30. August 2010 | 09:00

In dem EuGH-Urteil ging es um die nachträgliche Berichtigung einer Rechnung hinsichtlich des Zeitpunkts der Leistungserbringung. Nach nationalem deutschen Recht kann der Vorsteuerabzug erst zu dem Zeitpunkt in Anspruch genommen werden, in dem die berichtigte Rechnung vorliegt. Der EuGH hat in dem Fall, in dem dem Finanzamt vor Erlass einer ablehnenden Entscheidung eine berichtigte Rechnung vorlag, den rückwirkenden Vorsteuerabzug genehmigt. Im Hinblick auf die oben genannte EuGH-Entscheidung stellt sich die Frage, ob an der Ansicht (keine Rückwirkung) in Deutschland weiter festgehalten werden kann.


Einschränkung der Abzugsfähigkeit von Arbeitszimmeraufwendungen ist verfassungswidrig

30. August 2010 | 09:00

Das Bundesverfassungsgericht hat nunmehr mit Beschluss vom 06.07.2010 entschieden, dass die ab 2007 geltende Einschränkung der Abzugsmöglichkeit von Arbeitszimmeraufwendungen insoweit gegen den allgemeinen Gleichheitssatz verstößt, als die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer auch dann von der steuerlichen Berücksichtigung ausgeschlossen sind, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Es hat den Gesetzgeber verpflichtet, für derartige Sachverhalte rückwirkend auf dem 01.01.2007 eine verfassungskonforme Neuregelung zu schaffen.


Einführung der elektronischen Lohnsteuer"karte" ELSTAM

27. August 2010 | 16:00

Für das Jahr 2010 wurden letztmalig Papierlohnsteuerkarten versandt. Im Jahr 2011 behalten diese weiterhin ihre Gültigkeit, und zwar grundsätzlich einschließlich der darauf eingetragenen Freibeträge. Voraussichtlich zum 1. Januar 2012 erfolgt der verbindliche Start der elektronischen Lohnsteuerkarte für alle Arbeitgeber.


Online-Portal für alle EU-Staaten

27. August 2010 | 15:00

Das neue E-Justiz-Portal (https://e-justice.europa.eu) gibt Zugang zum Recht der 27 EU-Staaten – und zwar in allen 22 Amtssprachen. Informationen, deren Beschaffung früher Wochen dauerte, sind jetzt mit einem Mausklick verfügbar. Bürger können sich bspw. über Unterschiede im Familienrecht zweier Länder informieren, Unternehmer auf Grundbücher, Insolvenzregister und Rechtsvorschriften zugreifen.


Sanierungen erfolgreich konzipieren

04. August 2010 | 14:00

Sanierungen erfolgreich konzipieren

Eine Unternehmenssanierung kann nur mithilfe eines fundierten Sanierungskonzepts gelingen. Ein solches Konzept muss bestimmte Anforderungen erfüllen, u.a. muss die Ausgangslage des Unternehmens hinreichend analysiert werden, es müssen vor dem Hintergrund eines überzeugenden Leitbilds Maßnahmen zur Bewältigung der Unternehmenskrise definiert werden, und auf dieser Basis müssen die Folgejahre realistisch geplant werden. Die bisherige IDW- Stellungnahme FAR 1/1991 ist zur gängigen Grundlage für die Erstellung und Beurteilung von Fortbestehensprognosen, Insolvenzplänen und Sanierungskonzepten geworden. Dennoch wurde im Laufe der Zeit auch Änderungsbedarf gesehen, dem das IDW in der neuen Stellungnahme IDW S 6 Rechnung getragen hat. Darin werden die Anforderungen an Sanierungskonzepte für alle Unternehmen unabhängig von Rechtsform, Größe, Branche usw. beschrieben. Dabei werden Detaillierungsgrad und Umfang des Sanierungskonzepts im Einzelfall insbesondere von Umfang und Komplexität der Unternehmenstätigkeit sowie den Sanierungsanforderungen bestimmt.

Haben Sie Fragen dazu oder sehen Sie Handlungsbedarf, dann sprechen Sie uns bitte an.


Umwandlungen im Konzern: Die neue Grunderwerbsteuerbefreiung

03. August 2010 | 17:00

Mit dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz wurde in § 6a GrEStG eine Steuerbefreiung aufgenommen, um grunderwerbsteuerliche Hindernisse bei Umstrukturierungen im Konzern zu vermeiden.


Sind Ihre Schufa-Einträge korrekt ?

03. August 2010 | 16:00

Seit April 2010 können Verbraucher einmal jährlich kostenlose Auskunft darüber verlangen, was über sie gespeichert wurde. Außerdem muss Ihnen der persönliche “Score”, eine Art Ranking für die Kreditwürdigkeit, mitgeteilt und erläutert werden.

Alle weiteren Informationen finden Sie auf den Internetseiten www.meineschufa.de oder sprechen Sie uns an.


Gemischte Aufwendungen: Neues BMF-Schreiben

03. August 2010 | 16:00

Das Aufteilungs- und Abzugsverbot für gemischte Aufwendungen gilt nicht mehr. Mit einem Verwaltungserlass nimmt die Finanzverwaltung Stellung, wann eine Aufteilung gemischter Aufwendungen erfolgen kann.


Steuerbegünstigung von Entlassungsentschädigungen bei Arbeitnehmern

02. August 2010 | 13:00

Eine aus Anlass der Entlassung vom Arbeitgeber gezahlte Abfindung kann steuerbegünstigt sein. Voraussetzung ist, dass die Abfindung in einem Jahr zusammengeballt zufließt und die bis zum Ende des Jahres entgehenden Einnahmen übersteigt. Die Zahlung von mehreren Teilbeträgen über mehrere Jahre ist grundsätzlich schädlich.


Geringwertige Wirtschaftsgüter: neues Wahlrecht ab 2010

30. Juli 2010 | 13:00

Durch das Wachstumsbeschleunigungsgesetz wurde für geringwertige Wirtschaftsgüter ein neues Wahlrecht eingeführt. Informieren Sie sich über die daraus resultierenden Gestaltungsmöglichkeiten.


Sog. Sanierungsklausel bei Kapitalgesellschaften bis auf Weiteres nicht anzuwenden

25. Juni 2010 | 10:00

Beim Übergang von Anteilen an Kapitalgesellschaften dürfen Verlustvorträge nicht – oder nur eingeschränkt – geltend gemacht werden. Ab 2008 gab es eine Ausnahme für sog. Sanierungsfälle. Da Zweifel an der Vereinbarkeit mit dem Europarecht bestehen, ist die Sanierungsklausel des § 8 c Abs. 1 a KStG bis zur abschließenden Prüfung nicht mehr anwendbar.


Gleichstellung von Lebenspartnern und Ehegatten bei der Erbschaft-, Schenkung und Grunderwerbsteuer

24. Juni 2010 | 14:00

Mit der Erbschaftsteuerreform wurde der Lebenspartner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft in Bezug auf den persönlichen Freibetrag (500.000 Euro) und den besonderen Freibetrag (max. 256.000 Euro) dem Ehegatten gleichgestellt. Geplant ist auch eine Gleichstellung bei der Steuerklasse.


Festsetzung des Solidaritätszuschlags auch auf Abgeltungsteuer vorläufig

23. Juni 2010 | 17:00

Die Frage, ob die Erhebung des Solidaritätszuschlags ab 2005 verfassungswidrig ist, ist beim Bundesverfassungsgericht anhängig. Steuerbescheide ergehen aus diesem Grund vorläufig. Auch der Solidaritätszuschlag auf die Abgeltungsteuer wird nach einem Erlass der Finanzverwaltung bei einer positiven Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts auf Antrag erstattet.


Gebäudeabschreibung nach Einlage in ein Betriebsvermögen

20. Juni 2010 | 17:00

Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass bei Wirtschaftsgütern, die von einem Privatvermögen in ein Betriebsvermögen eingelegt werden, diese grundsätzlich mit dem Teilwert anzusetzen sind. Dieses kann zu höheren Abschreibungsbeträgen führen.


Gesetz zur Beschleunigung des Wirtschaftswachstums

20. Juni 2010 | 14:00

Die Verpflichtung zur Inventur ergibt sich aus den §§ 240 und 241a HGB sowie aus den §§ 140 und 141 AO. Nach diesen Vorschriften sind Jahresabschlüsse aufgrund jährlicher Bestandsaufnahmen zu erstellen. Eine Inventur ist danach nur erforderlich, wenn bilanziert wird. Die ordnungsgemäße Inventur ist eine Voraussetzung für die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung. Bei nicht ordnungsmäßiger Buchführung kann das Finanzamt den Gewinn teilweise oder vollständig schätzen.